Bei der Wahl des Frequenzumrichters denken Maschinenbauer häufig zuerst an die Leistungsanforderungen und danach an den Preis oder an eine bestimmte Marke, mit der in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht wurden. MOLL-MOTOR empfiehlt, die Entscheidung stattdessen grundlegender zu denken und die Systemfrage zu stellen: Passt der Umrichter in eine vernetzte Maschinenarchitektur?
AxiaAgile für vernetzte Standardantriebe
Mit der neuen Serie AxiaAgile bringt Bonfiglioli einen Frequenzumrichter auf den Markt, der genau diese Lücke adressiert. Nicht jede Anwendung braucht ein komplexes Servosystem, aber immer mehr Anwendungen brauchen mehr als einen klassischen Standardumrichter mit einfacher I/O-Anbindung.
Der zentrale Vorteil von AxiaAgile: Die Serie bringt moderne Kommunikations- und Sicherheitsfunktionen in einen Bereich, in dem bisher oft einfache, isolierte Frequenzumrichter eingesetzt wurden. Damit wird der Standardantrieb anschlussfähig für aktuelle Maschinenkonzepte. Je nach Ausführung stehen offene Kommunikationsschnittstellen, Industrial-Ethernet-Anbindung, funktionale Sicherheit, Diagnosemöglichkeiten und kontrollierte Zugriffswege zur Verfügung. Entscheidend ist, dass diese Funktionen von Grund auf Teil des Plattformgedankens sind.
Für Maschinenbauer bedeutet das: Der Frequenzumrichter kann gezielt nach Anwendung ausgewählt werden, ohne unnötig in eine überdimensionierte Lösung zu gehen. Für Betreiber bedeutet es: Bestehende und neue Anlagen lassen sich besser in moderne Service-, Diagnose- und Sicherheitskonzepte einbinden.
Cybersecurity betrifft jetzt auch die Antriebstechnik
Cybersecurity war im Maschinenbau lange ein Thema für IT-Abteilungen, Steuerungen oder übergeordnete Netzwerke. Inzwischen greift diese Sicht zu kurz. Jede Komponente, die Daten sendet, empfängt oder für Remote-Zugriffe erreichbar ist, wird Teil der Sicherheitsbetrachtung.
Gerade Frequenzumrichter stehen dabei an einer sensiblen Stelle. Sie verbinden Kommunikation mit physischer Bewegung. Ein Motor, der falsch angesteuert wird, ist kein abstraktes IT-Problem, sondern kann unmittelbar Auswirkungen auf Prozess, Anlage und Sicherheit haben.
Der Cyber Resilience Act der EU trägt dieser Entwicklung Rechnung: Produkte mit digitalen Elementen müssen künftig bereits in Entwicklung, Herstellung und Schwachstellenmanagement auf Cybersecurity ausgelegt sein. Die vollständige Anwendung der zentralen Pflichten ist ab Dezember 2027 vorgesehen.
Nicht zu unterschätzen ist auch das Zusammenspiel mit der neuen EU-Maschinenverordnung. Wenn eine vernetzte Komponente durch Manipulation oder unzureichenden Schutz eine gefährliche Situation verursachen kann, ist Cybersecurity auch ein physisches Sicherheitsthema. In der Praxis betrifft das vor allem Schnittstellen, Remote-Zugriffe, Softwarestände, Parameteränderungen und sicherheitsrelevante Steuerungsfunktionen. Moderne Antriebstechnik muss daher nicht nur kommunizieren können, sondern kontrolliert, nachvollziehbar und geschützt kommunizieren.
Für Maschinenbauer und Betreiber heißt das: Vernetzte Komponenten sollten nicht mehr nur mit Blick auf die Gegenwart ausgewählt werden. Sie müssen auch in ein Sicherheitskonzept passen, das über die gesamte Lebensdauer der Maschine trägt.
Bonfiglioli ist mit dem neuen AxiaAgile für diese Zukunft gut gerüstet, mit verschlüsselter Kommunikation, Authentifizierungsmanagement und Anbindungsmöglichkeiten für lokale, Remote- und IIoT-Zugriffe. Damit wird Security nicht erst nachträglich über externe Maßnahmen gedacht, sondern bereits auf Geräteebene berücksichtigt.
Retrofit statt späterer Systembruch
Viele Maschinen laufen über Jahre oder Jahrzehnte. Gerade deshalb lohnt sich der rechtzeitige Blick auf die eingesetzte Antriebstechnik. Ein Frequenzumrichter, der heute noch seine Grundfunktion erfüllt, kann morgen zum Engpass werden: bei Diagnose, Ersatzteilstrategie, Fernwartung, Dokumentation oder Cybersecurity.
Der Umstieg auf moderne Frequenzumrichter ist dabei oft einfacher als gedacht und kann sich in die aktuelle Maschinenarchitektur einfügen. Oft geht es zunächst darum, neuralgische Antriebe auf einen aktuellen Stand zu bringen und dort anzusetzen, wo Kommunikation, Service oder Sicherheitsanforderungen besonders relevant sind.
Hier liegt die Stärke von MOLL-MOTOR: Wir betrachten den Frequenzumrichter nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit Motor, Getriebe, Schaltschrank, Anwendung und Betreiberanforderung. Durch die jahrzehntelange Zusammenarbeit mit Bonfiglioli können wir technische Auswahl, Auslegung und praktische Umsetzbarkeit zusammenführen.
Antriebstechnik auf dem Stand der vernetzten Maschine
AxiaAgile steht für eine Entwicklung, die im Maschinenbau nicht mehr aufzuhalten ist: Der Standardantrieb wird Teil der vernetzten Maschine. Wer neue Maschinen baut, bestehende Anlagen modernisiert oder Remote-Service und digitale Wartung ernst nimmt, sollte die Antriebstechnik daher nicht mehr offline denken. Bonfiglioli stellt dafür eine kompakte und skalierbare Plattform zur Verfügung – und MOLL-MOTOR ist der Partner, der die passende Lösung nicht nur auswählt, sondern in den gesamten Antriebsstrang einordnet.



